Berlin-Schöneberg

Lebhaftes Kiezleben zwischen Tauentzien und Gasometer

Zehlendorf hat den Schlachtensee, Charlottenburg den Kudamm und Mitte eine Flut an Sehenswürdigkeiten. Während man bei vielen Ortsteilen von Berlin aus dem Stehgreif sagen kann, was sie so einzigartig macht, hält man bei Schöneberg zunächst inne. Eigentlich ohne Grund, denn in dem zentral gelegenen Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg haben sich nicht nur unvergessene Schlüsselszenen der Stadtgeschichte abgespielt. Auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wussten die Vorzüge Schönebergs zu schätzen und haben hier über viele Jahre hinweg gelebt. Zum Beispiel: Marlene Dietrich, Albert Einstein, Theodor Heuss sowie eine bemerkenswerte Wohngemeinschaft der 70er Jahre – David Bowie und Iggy Pop. Ebenfalls unvergessen: „Ich bin ein Berliner“ – die legendären Worte John F. Kennedys klangen 1963 vom Balkon des Rathauses in Schöneberg hinaus in die gesamte Welt.

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Bürgerlich und schrill zugleich

Mit Wilmersdorf und Kreuzberg als Nachbarn kommt Schöneberg nicht umhin, ein Ort der Vielschichtigkeit zu sein. Mit einer ganzen Reihe facettenreicher Kieze gespickt, kleidet er sich mal vornehm-bürgerlich, mal schrill und unkonventionell. Am Viktoria-Luise-Platz im Bayerischen Viertel wird üppig aufgetafelt – elegante Jugendstil-Fassaden säumen die unter Denkmalschutz stehende Parkanlage mit seiner imposanten Wasserfontäne. Ganz anders das Bild am Nollendorfplatz: hier hat sich seit rund einhundert Jahren eine lebhafte Schwulen- und Lesbenszene etabliert, die sich mit unzähligen Bars und Geschäften über die Motz- und Goltzstraße bis hin zum Winterfeldtplatz erstreckt. Dort ist Sonnabend der wichtigste Tag der Woche: bis in alle Ecken Berlins bekannt ist der dann stattfindende größte Wochenmarkt der Hauptstadt. Nicht nur Obst und Gemüse werden angeboten – zahlreiche Gastrostände verwandeln den Markt in eine feine Schlemmeroase. Der Gasometer, eines der Schöneberger Wahrzeichen, thront indes auf der Roten Insel, dem komplett von Bahngleisen umschlossenen Kiez.

Von Luxus bis alternativ: Shoppen in Schöneberg

Fast aus allen Nähten platzt die Akazienstraße, die einen ähnlichen Status genießt wie die Bergmannstraße in Kreuzberg. Hier gibt es sie noch, die kleinen Läden für Elektrobedarf, die sich neben Cafés, Boutiquen und Blumenläden mit dem klangvollen Namen „Haus der guten Blume“ wie auf einer Perlenkette aneinanderreihen. Filialisten sucht man vergebens. Kaffee der Premiumklasse im Double Eye ist ebenso eine Institution wie der Esoterik-Buchladen Dharma. In einer eigenen Liga spielt hingegen das KaDeWe am Tauentzien. Mit dem größten Kaufhaus des Kontinents setzt Schöneberg an seinem nordwestlichen Zipfel noch einen drauf. Kaum ein Tourist verlässt Berlin, ohne die berühmte Feinschmeckeretage durchstreift und die Schaufensterauslagen bestaunt zu haben. Am nahe gelegenen Wittenbergplatz hat sich als Kontrast zum Akazienkiez der gehobene Einzelhandel festgesetzt. Die obligatorische Berliner Currywurst gibt es hier bei Witty’s in Bio-Qualität.

Auszeit auf dem Südgelände: Hier regiert die Natur

Wie würde Berlin aussehen, wenn sämtliche Bewohner noch heute die Stadt verließen? Der Naturpark Schöneberger Südgelände liefert die Antwort. Hier findet man Entspannung im Grünen in einer Anlage, die es so kein zweites Mal gibt. Auf dem Areal eines ehemaligen Rangierbahnhofs hat die Natur nach etwas mehr als 60 Jahren seit Stilllegung des Bahngeländes das Ruder wieder in die Hand genommen. Folgt man den Wegen entlang der alten Bahntrassen, durchquert man urwüchsige Waldflächen, die als Naturschutzgebiet Heimat vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten geworden ist. Einige Relikte aus alten Zeiten – eine Dampflok, der 50 Meter hohe Wasserturm und die ehemalige Lokhalle – machen die Geschichte des Südgeländes lebendig, sorgen für eine teils geheimnisvolle Stimmung und sind zugleich Inspirationsquelle für zahlreiche Künstler.