Berlin-Lichterfelde-West

Auf Zeitreise in Lichterfelde-West

Wer in die S1 in Mitte ein- und nach 20-minütiger Fahrt am Bahnhof Lichterfelde-West wieder aussteigt, schaltet beim Verlassen des Bahnhofs automatisch vom Großstadtmodus auf Kleinstadtidylle um. Großzügige Straßenzüge, viel Grün und eine heilsame Ruhe erhellen das Berliner Gemüt. „Wer nach aufreibender Arbeit des Tages den hirnverwirrenden Drangsalen des großstädtischen Lebens entfliehen will, der wird es niemals bereuen, in Lichterfelde eine Hütte gebaut zu haben“ – so fällte bereits 1893 Paul Lüders sein anerkennendes Urteil über Lichterfelde-West, dem ältesten Villenviertel Berlins. 1860 gegründet, sollte die Villenkolonie nach englischem Vorbild für den betuchten Teil der Gesellschaft ein in sich geschlossenes Areal bilden, in dem höchst repräsentativ gelebt werden konnte. Das kam an. Es wurde eifrig gebaut – heute hat hier jedes Haus eine eigene Geschichte zu erzählen. Phantasievoll gestaltete Villen verschiedenster Baustile säumen die Straßenzüge auf beiden Seiten der Drakestraße – hier mit Türmchen, dort mit aufwendiger Fassadenbemalung, einst bewohnt von namhaften Größen wie Gustav Lilienthal, Werner von Siemes oder Karl Liebknecht. Selbst das Bahnhofsgebäude der S-Bahnstation Lichterfelde-West – im Stil einer toskanischen Villa gestaltet – steht hier unter Denkmalschutz.

Lebhaftes Geschäftszentrum

Damals wie heute bilden die großzügig angelegten Gärten das Herz des Viertels. Baumgesäumte Alleen, Kopfsteinpflaster und sogar die gasbetriebene Straßenbeleuchtung bewahren noch heute das damalige Flair der Villenkolonie. Dreh- und Angelpunkt des Viertels ist das lokale Geschäftszentrum rund um den Bahnhofsvorplatz und entlang der angrenzenden Drakestraße, wo Einkäufe gern zu Fuß oder mit dem Rad erledigt werden. Edle Restaurants wie das Ristorante il Mulino, bestens sortierte Feinkostgeschäfte, Biomärkte und der typisch bayerische Biergarten von „Maria und Josef“ im ehemaligen Bahnhofsstellwerk zeugen von der Vielfalt des Viertels und verleiten auch das Publikum aus anderen Bezirken zu einem Ausflug nach Lichterfelde.

Perfekte Kulisse für Familien

In Lichterfelde-West fühlen sich Diplomaten, Künstler, höhere Beamte und vor allem junge Familien mit Kindern wohl. Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie zahlreiche Schulen und Spielplätze prägen daher das Bild südlich der S-Bahn-Trasse. Vom S-Bahnhof aus gelangt man mit der S1 in rund 20 Minuten nach Mitte, in die andere Richtung in etwa 40 Minuten nach Potsdam. Mehr braucht es nicht für die perfekte Familienidylle im großstädtischen Grünen. Bis nach Zehlendorf mit Schlachtensee und Krumme Lanke ist es ein Katzensprung und auch die Schloßstraße in Steglitz ist nach zwei S-Bahnstationen erreicht. Lichterfelde selbst nennt den Botanischen Garten sein eigen, den größten seiner Art in ganz Deutschland. Darüber hinaus gibt es einen Schloßpark, diverse Grünanlagen und Spucki, das Sommerbad in Lichterfelde.